Forschung

Des is wia bei jeda Wissenschaft, am Schluss stellt sich dann heraus, dass alles ganz anders war.

Meine Forschungsinteressen liegen im Feld von Medien, Religion und Kultur. Dabei werden anhand von audio- und/ oder visuellen Medien materielle, mediale, technologische und digitale Aspekte analysiert, Medienakteur*innen (Produzierende, Medienschaffende, Zuschauer:innen) erforscht und medienethische Dimensionen reflektiert. Die Projekte verfügen über verschiedene theoretische und methodische Ausrichtungen und behandeln sowohl historische als auch zeitgenössische Themenbereiche.

Auf Feldforschung im Missionszentrum der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, Provo/US, 6/2015

Theoretische und methodische Schwerpunkte

Theorien und Methoden der Religions,- Kultur- und Medienwissenschaft
Medien- und Filmanalyse
Medienethik und Ethik des Digitalen
Dokumentarische Medien
Migration, Religion und mediale Diskurse
Qualitative Methoden
Cultural Studies
Quantitative Zuschauerstudien
Religion und das Internet
(Selbst-) Repräsentationen von Religiösen Gemeinschaften in den Medien
Konstruktion von Gender in medialen Diskursen
Medien und Religion
Digitale Religion

Mediatisierung und Digitalisierung

Digitale und elektronische Medien spielen in zeitgenössischen Hochzeitsritualen eine zentrale Rolle, sei es bei der Vorbereitung, dem Ritual selbst oder danach. Hochzeitsfotograf*innen und Videofilmer*innen inszenieren das Paar während des Hochzeitsrituals, des Empfangs oder des Fests. Oftmals prägen diese Darstellungen die Erinnerungen des Hochzeitspaares und ihrer Gäste an diesen Tag. Daraus leitet sich folgende Forschungsfrage ab: Welche Normen und Werte vermitteln zeitgenössische mediale Darstellungen von religiösen und säkularen Hochzeiten in Europa? Das Forschungvorhaben wird innerhalb einer
Marie Skłodowska-Curie Fellowship durchgeführt. Projektwebsite: www.promising-images.eu

In Zusammenarbeit mit Maria T. Soto-Sanfiel (Center for Trusted Internet and Community, NUS) führe ich eine qualitative Studie zu den moralischen Dimensionen von Deep Fakes Verstorbener durch. Untersucht wird, unter welchen Bedingungen solche Darstellungen ethisch vertretbar oder gar sinnvoll für Rezipierende sein können – und wann sie als unmoralisch gelten. Dabei wird auch gefragt, inwiefern solche Deep Fakes religiöse Weltbilder widerspiegeln. Die Studie verbindet religionswissenschaftliche und medienethische Ansätze mit qualitativen Methoden. Ziel zukünftiger Forschung ist die Entwicklung einer transdisziplinären Theorie zur digitalen Kultur, verstanden als Praxis der Aushandlung gesellschaftlicher Bedeutungen. Im Fokus stehen Fragen zur kulturellen Transformation durch KI, zu sich wandelnden Weltbildern sowie zur Rolle digitaler Medien in Bezug auf Demokratie, Inklusion und Nachhaltigkeit.

Film

Das aus dem Jahr 1914 stammende Filmdokument (4 Teile, 8h Laufzeit) The Photo-Drama of Creation erzählt die Geschichte des Alten und Neuen Testaments. Urheber des Films ist Charles Taze, Gründer der Bibelforscherbewegung, aus der die religiöse Gruppierung der Zeugen Jehovas hervorging. Das internationale Forschungsprojekt mit zwölf Forschenden hat zum Ziel, sowohl die ästhetischen Dimensionen als auch die Verbreitung und Rezeption des filmhistorischen Dokuments in verschiedenen Ländern aufzuarbeiten. In meinem Beitrag geht es darum, die religiöse Weltsicht der Bibelforscher anhand des Filmdokumentes herauszuarbeiten. Die Forschung wird vom George Eastman Museum (Rochester/NY, US) finanziert, das den Film gleichzeitig restauriert. Die Beiträge werden in einem aufwändig gestalteten Kunstband mit zahlreichen Szenenbildern aus The Photo-Drama of Creation veröffentlicht.

Kaum ein Genre codiert Männlichkeit, Macht und Moral so klar wie der Western. Klassisch geprägt von hegemonialen Geschlechterbildern und religiösen Motiven wie Schuld, Erlösung und Gerechtigkeit, hat der Western in jüngerer Zeit einen Wandel durchlaufen: Genderrollen werden gebrochen, Diversität sichtbar, religiöse Deutungen hinterfragt. Die Forschung nimmt diesen Wandel zum Anlass und fragt nach der filmischen (Re)Konstruktion von Geschlechtsidentitäten und Diversität im Kontext von Religion und Western. Im Fokus stehen dabei sowohl die Darstellung als auch die Rezeption religiöser und geschlechtlicher Identitäten. Besonderes Augenmerk gilt dem Zusammenspiel von Genre und Gender: Der Western dient als Beispiel, um kulturelle Erzählmuster, religiöse Bildsprache und geschlechtliche Codierungen zu analysieren – etwa im Licht feministischer Filmtheorie und filmhistorischer Perspektiven.

Die Forschung ist eine Zusammenarbeit mit Natalie Fritz (FHGR, Chur/CH), Marie-Therese Mäder, Charles Martig (Kath. Kirche Bern/CH), Daria Pezzoli-Olgiati (LMU, München/CH) und Csongor Kozma (Paulus Akademie, Zürich/CH)

Migration

Medien spielen eine zentrale Rolle dabei, wie Migrationserfahrungen und religiöse Zugehörigkeiten verhandelt, vermittelt und öffentlich wahrgenommen werden. Aus heutiger Perspektive zählen dazu nicht nur klassische Massenmedien wie Zeitungen, Radio oder soziale Netzwerke, sondern auch Filme, Dokumentationen, Podcasts und Literatur, die sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise nähern. Auch historisch betrachtet gibt es vielfältige mediale Formen, die Migration und Religion thematisieren – etwa Reiseberichte, Gedichte, Briefe oder visuelle Darstellungen. Das Forschungsprojekt nimmt die Gegenwart in den Blick und fragt: Wie werden religiöse Zugehörigkeiten in Migrationsprozessen mithilfe von Medien und medialen Artefakten erinnert, verhandelt und kommuniziert? Ziel ist es, die Rolle der Medien im kollektiven und individuellen Erinnern von Migrationserfahrungen besser zu verstehen.

Center for Trusted Internet and Community, National University of Singapore, (Prof. Dr. Maria Teresa Soto Sanfiel): Forschungsprojekt Digital Media Ethics and AI: Moral Reasoning in Social Networks

Università die Macerata (IT), Departement Geisteswissenschaften (Prof. Dr. Carla Danani): Forschung zur Mediatisierung von Hochzeiten in unterschiedlichen kulturellen Kontexten

Hochschule für Philosophie München (DE), Zentrum für Ethik der Medien und der digitalen Gesellschaft, (Prof. Dr. Alexander Filipović): Medienethik, Ethik digitaler Medien und künstlicher Intelligenz

George Eastman Museum, Rochester/NY (US) (Dr. Paolo Cherchi Usai): Forschung zu The Photo-Drama of Creation(1914)

Universität Zürich (CH), Zentrum für Religion Wirtschaft und Politik (Prof. Dr. Christiane Tietz): Forschung und Lehre zu Medien, Religion und Öffentlichkeit

Ludwig-Maximilians-Universität, München (DE), Forschungsgruppe “Medien und Religion” (Prof. Dr. Daria Pezzoli-Olgiati): Forschung zu Medien und Religion, Organisation von Konferenzen und Publikationen

Universitat Autònoma di Barcelona (ES), Abteilung Audiovisuelle Kommunikation und Werbung (Prof. Dr. Maria Teresa Soto Sanfie)l: Forschungsprojekt Zuschauerforschung

Massachusetts Institute of Technology (USA), Comparative Media Studies (Prof. Dr. Edward Schiappa, Prof. Dr. Heather Hendershot): Austausch über religiöse Gemeinschaften in den Medien, Medientheorien- und geschichte

Harvard University (USA), North American Religions Colloquium (Prof. Dr. David N. Hempton, Prof. Dr. David F. Holland): Amerikanische Religionsgeschichte und Mormonentum

Yale Unversity (USA), Film Studies Program (Prof. Dr. Charles Musser): Dokumentarfilmtheorie und Filmgeschichte

Villanova University (USA), Theology and Religious Studies (Prof. Dr. Stefanie Knauss): Konferenzen, Publikationen

University of Hull (GB), Faculty of Arts and Social Science (Dr. Alexander D. Ornella): Workshops, Publikationen

University of London (GB), Roehampton university (Dr. Sean Ryan): Publikationen, Konferenzen.

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