Ich lehre, forsche und trete öffentlich auf. Mit meinen Projekten bringe ich mich sowohl in wissenschaftlich wie auch gesellschaftlich relevante Diskussionen ein. 2022 gewann ich eine Marie Skłodowska Curie Fellowship (EU Horizon 2020, 24 Monate) für eine interdisziplinäre Forschung zu Hochzeiten und Medien. Siehe www.promising-images.eu.
Kaum ein Filmgenre hat Männlichkeit, Macht und moralische Ordnung so prägend codiert wie der Western. Neben hegemonialen Geschlechterbildern schwingen darin auch religiöse Motive wie Schuld, Erlösung und Gerechtigkeit mit. In jüngeren Westernproduktionen werden diese Deutungsmuster jedoch zunehmend irritiert: Genderrollen werden aufgebrochen, religiöse Sinnangebote hinterfragt und Diversität sichtbar gemacht. Die Tagung setzt hier an und fragt nach der filmischen (Re-)Konstruktion von Genderidentitäten und Diversität im Spannungsfeld von Religion und Western.
Die Tagung richtet sich an Forschende und Lehrende aus Theologie, Religionswissenschaft, Gender Studies, Film- und Medienwissenschaft sowie angrenzenden kulturwissenschaftlichen Disziplinen.
Lexikonartikel: La Passion de Jeanne d’Arc (1928), Routledge Encyclopedia of Modernism
In diesem Lexikonartikel schreibe ich über La Passion de Jeanne d’Arc (1928). Der Stummfilm ist bekannt für seinen radikal reduktionistischen Stil sowie für Carl Theodor Dreyers innovative Verwendung von Großaufnahmen und Montage. Der Film konzentriert sich ausschließlich auf den Prozess und die Hinrichtung Jeanne d’Arcs und legt dabei den Schwerpunkt auf ihre Reaktionen, während ihre Ankläger durch Untersichten als bedrohlich dargestellt werden. Minimalistische Bühnenbilder und eine impressionistische Montage lösen die Erzählung von historischem Realismus. Renée Maria Falconettis intensive Darstellung in den Großaufnahmen wurde ikonisch. Die Spannung zwischen konkreter Darstellung und formaler Abstraktion verschiebt den Film in eine unbestimmte Zeit und einen unbestimmten Raum und ermöglicht es, ihn als ein Werk religiöser Kunst zu lesen, das auf spirituelle Transzendenz ausgerichtet ist.
Maeder, Marie-Therese. La Passion de Jeanne d’Arc (1928). Taylor and Francis, 2024. Routledge Encyclopedia of Modernism. https://doi.org/10.4324/9780415249126-REM2167-1.
Mäder, Marie-Therese. „A Variety of Reading Modes: Researching the Consumption/Reception of Media and Religion“. Journal for Religion, Film and Media (JRFM) 11, Nr. 1 (15. Mai 2025).
1).
Dieser Artikel entwickelt eine Typologie methodischer Zugänge zur Erforschung von Medienrezeption im Kontext von Religion und Medien. Er unterscheidet drei Ansätze: Der erste rückt Repräsentation und die Rolle der Forschenden als Rezipient:innen in den Mittelpunkt. Der zweite stellt die Rezeption durch die Befragten ins Zentrum und berücksichtigt Repräsentation nur als deren Voraussetzung. Der dritte konzentriert sich ausschließlich auf Rezeptionsprozesse, ohne die konsumierten Medien selbst zu analysieren. Der Beitrag plädiert für kombinierte Ansätze, betont die Verantwortung der Forschenden und fordert eine stärkere Einbindung kultureller Kontexte.
Hey KI? Wir müssen reden
Interview Berner Fachhochschule News & Stories
„Was bedeutet es, Mensch zu sein im KI-Zeitalter?“ Das Interview zu dieser Frage wurde im Zusammenhang der Schweizer Digitaltage und der Diskussion zum Film „The End of Humanity“ durchgeführt (Biel, 22. November 2024).
Vergleich zwischen der Anzahl von migrierten Männern und Frauen (Gender and Migration, IOM GMDAC 2021).1).
Beitrag „Migration“ im Handbuch Geschlecht und Religion
Der Beitrag geht der Frage nach, welche Rolle Gender und Religion in Migrationsprozessen spielt. Migration ist immer als eine Bewegung in zwei Richtungen zu verstehen. Die Erfahrungen der involvierten Menschen stehen dabei im Zentrum. In Untersuchungen zu Gender und Religion erweist es sich als sinnvoll, die Menschen und ihre Handlungen innerhalb des kulturellen Kontextes zu verstehen.Wird nur auf die Grenzen von Nationalstaaten und deren rechtliche Regulierungen fokussiert,werden die Akteur*innen oftmals außenvorgelassen. Mit Blick darauf, wie Gender und Religion in Migrationsprozessen konstruiert werden, lassen sich Fragen der Ungleichbehandlung, Verteilung von Ressourcen,
Vormachtstellungen und Definitionshoheiten kritisch hinterfragen und Macht-strukturen analysieren.
Screenshot Dokumentarfilm „Iraqui Odyssey“ ( Samir, Irak/CH/DE/Arabische Emirate 2014, 145′)
Publikation des Beitrages „Dokumentarfilme als Kommunikationsräume religiöser Identitäten“
Der Beitrag beschäftigt sich „mit dem Dokumentarfilm als mediatisiertem Kommunikationsraum, in dem religiös- kulturelle Identitäten im Kontext von Migration konstruiert bzw. kommuniziert werden. Anhand zweier Dokumentarfilme, in denen aus muslimisch geprägten Ländern stammende und nun in der Schweiz lebende Filmemacher ihre Migrations-geschichte thematisieren, analysieren [Marie-Therese Mäder und Monika Glavac] die Verhandlungen von Zugehörigkeit. Zur Erschließung des Kommunikationsraums sowohl auf Produktions- wie auch auf Repräsentationsebene nutzen sie einen mehrdimensionalen Zugang, bestehend aus semistrukturierten qualitativen Interviews mit den Regisseuren sowie der Analyse von Medienberichten und Filmkritiken. Die Autorinnen können zeigen, dass Medien beim Wandel von Identitäten im Kontext von Migration in einer globali- sierten Welt eine wesentliche Rolle spielen, da sie als Mittel für kommunikativ Handelnde die medialen Kommunikationsräume erweitern und verändern.“ (Anke Offerhaus, 2023, 18)
Blogbeitrag (13/09/23): Hochzeiten erforschen – Von Bildergeschichten und geteilten Erinnerungen
Wären Sie bereit einer fremden Person Ihr Hochzeitsalbum zu zeigen und zusammen mit Ihrem Ehemann oder Ihrer Ehefrau persönliche Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse von diesem Tag zu teilen? Würde es Sie stören, wenn das Gespräch zusätzlich von einer Kamera aufgenommen wird, die sowohl Sie als auch ihre Hochzeitsbilder im Fokus hat? «Das ist ganz schön viel verlangt», werden Sie sich vielleicht denken. Tatsächlich waren letztes und dieses Jahr 27 Paare in Deutschland, Italien und der Schweiz bereit, sich auf ein solches Gespräch einzulassen.